Dünne Luft

Meine Abenteuerlust und das Bedürfnis, eigene Grenzen zu überwinden, hat mich schon in manche „spannende“ Situation gebracht. Meine Ungeduld stellt sich dabei meist nicht unbedingt als Vorteil dar. Dies sollte sich auch bei der Besteigung meines ersten Viertausenders nicht ändern.

Für die fehlende Kondition und Trittsicherheit, die sich gleich zu Beginn der Wanderung zeigte, machte ich die Seehöhe verantwortlich. Meiner Wandergruppe mogelte ich langjährige Bergerfahrung vor. Mit zunehmender Höhe halfen keine Ausreden mehr und mir ging es immer schlechter – Schwindel, Übelkeit, Schweißausbrüche und Herzrasen inklusive. Unser Guide überzeugte mich, die Mission abzubrechen und zwei Tage im Camp zu bleiben. Einem weiteren Mitglied unserer Wandergruppe ging es ähnlich, weshalb auch er im Camp zurückblieb. Als ob sich meine Geschichte wiederholen würde, erzählte auch er mir seine Motive für die Besteigung des Berges – Selbstüberwindung und Abenteuerlust. In den nächsten zwei Tagen, zwischen Fiebermessen und Tabletteneinnahme, fanden wir mehr und mehr Gemeinsamkeiten von uns. Die Tage im Camp fühlten sich wie Urlaub mit einem vertrauten Menschen an, selten fühlte ich mich so wohl und frei. Den Abstieg machten wir beide, wie geplant, nach zwei Tagen mit der Gruppe.

Nächste Woche starten wir den zweiten Versuch auf diesen Gipfel. Zusammen wollen wir nun unsere Grenzen überwinden – denn wir gehen seit fast zwei Jahren auch im Tal gemeinsame Wege.

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